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Der Blog

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Viel Spaß!

Ein letzter Beitrag für Dich in diesem Jahr, welches turbulenter und lebensverändernder kaum sein konnte. Schriftstellerisch in einer erzwungenen langen Schaffenspause, habe ich mein Leben, meine Basis und mein gesamtes Umfeld auf den Kopf gestellt und verändert. Der Umzug nach Frankreich hat meine ganze Aufmerksamkeit und auch die komplette Energie verbraucht, der es bedurfte, um heimisch zu werden und unser Haus herzurichten.

Ich hoffe, Du verzeihst, dass es länger als üblich dauert, bis meine Raumschiffe wieder fliegen und ich Captain Brendan auf die Reise schicke. Doch 2022 soll kreativer denn je werden. Ich kann es kaum erwarten, wieder loszulegen, am Schreibtisch zu sitzen und mich für Dich ins All zu schmeißen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir ein frohes Fest, eine besinnliche Zeit ohne Hast und Hektik und Muße zur Reflexion und Rückschau.

Komm gut rüber und einen erfolgreichen und angenehmen Start in das neue Jahr!















Herzlichst


O. E. Wendt


Schon oft bin ich gefragt worden, woher denn meine Protagonisten kommen, wie ich meine Charaktere finde und wie zudem meine Ideen für den Plot?

Nun, mein heutiger Tag ist ein sehr gutes Beispiel für Anregung und Charakterfindung. Darüber hinaus waren meine Stunden in Polanco, dem Viertel hier in México-City, wo ich mich aufhalte, voller Gedankensortierung und Eingebungen. Wollen wir hoffen, dass ich auch bald dazu komme, sie umzusetzen.

Sitze also nach einer arbeitsamen Nacht (elfeinhalb Stunden Flug nach México) an einem meiner freien Tage im Café und genieße seit langem mal wieder mehrere bewusste tiefe Atemzüge (seit Wochen habe ich immer wieder den Eindruck, dass ich manchmal gar nicht atme, weil ich nicht dazu komme) inmitten des sehr schönen und grünen Viertels Polanco. Da ich noch immer dabei bin, meine wohnliche Situation in Europa zu sortieren und in einem relativen Chaos lebe, kommt es mir sehr zupass innezuhalten.

Polanco ist ein ziemlich gehobenes Viertel im Vergleich zu den allermeisten anderen Gegenden Méxicos und es ist faszinierend und erschreckend zugleich, wie stark sich die sozialen Schichten hier abzeichnen. Und schon rücken auch die Charaktere ins Bild: Der dicke Geschäftsmann, der sich kaum in seinem Sessel des Cafés, in dem er Platz genommen hat, bewegen kann und mühevoll eine Zigarre anzündet, während ein sehr armer und ausgemergelter Schuhputzer ihm die Slipper poliert und zwei gelangweilte und aufgetakelte Damen dabeisitzen und den Putzenden nicht eines Blickes würdigen. Einem Gitarre spielenden Studenten, der versucht einige Münzen zu verdienen, wird an beinahe allen Tischen mit Ignoranz und Arroganz begegnet. Es ist schwer mitanzusehen, wie Menschen sich gegenseitig nicht beachten. Ein Vierertisch, an dem eine an sich wirklich hübsche schlanke Frau mit Freunden sitzt, die ihr geschmackvolles Äußeres zerstört, indem sie eine unfassbare Überheblichkeit in ihre Ausstrahlung legt, die geradezu abstoßend erscheint, rückt in mein Blickfeld. Dahinter hockt in einer recht ungesunden Körperhaltung ein nervöser Kreativer, der sich gewiss nicht oft einen Kaffee leistet, es aber dennoch tut, weil er es liebt. Recht braun gegerbte Haut, sehr lange schwarze Haare – jedoch pink gefärbt – die er zu einer Palme heraufgebunden hat. An seinem Tisch befinden sich zwei blutjunge Mädels, die ihn bewundern und mit ihm schwatzen.

Schon diese drei, der zigarrenrauchende Mann, die überhebliche Schöne und der abgetakelte aber interessante Kreative, bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, sie in einem meiner Bücher einzusetzen.

Ich fühle mich beflügelt und bin ein wenig enttäuscht, noch nicht wirklich in mein aktuelles Projekt eingetaucht zu sein. Doch erste Anzeichen erhellen den Schreibergeist und der heutige Tag treibt mich an.

Das lässt hoffen, denke ich. Und male mir aus, wie es wieder wird, wenn ich ein geregeltes Zuhause habe und meine Energien nicht mit Suchen, Packen, Reisen, Einrichten und Renovieren verbringen muss.


Mit herzlichen Grüßen aus México


O. E. Wendt

Monate ist es nun her, dass ich hier oder in meinen Projekten aktiv war. Und es gibt gute Gründe dafür. Den Allrounder Covid möchte ich noch nicht einmal anführen, obwohl er gewiss einer der Auslöser gewesen ist, der uns zu einschneidenden Veränderungen geführt hat.

Unser Umzug nach Frankreich ist zumindest im Gröbsten abgeschlossen, sodass wir nun beginnen uns dort einzurichten und das alte Haus in neuen Glanz zu bringen.


Für mich hießen die Lebensveränderungen der letzten Monate auf Kreativität im Geistigen zu verzichten, um mich in handwerklichen und rein praktischen Belangen zu beweisen.

Und fürwahr, das hat mich wirklich herausgefordert – und tut es noch.

Doch langsam zerren meine geliebten Protagonisten der letzten Galaktischen Reisen – der Dschar-Trilogie – an mir und wollen, dass ich aufkläre, wie es mit Captain Brendan, Green und den übrigen Crewmitgliedern der Chrysanthemia weitergeht.


Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so bald und so gerne mit dem Gedanken befasse, die Galaktischen Reisen fortzuführen. Nachdem ich einen vorerst letzten Ausflug ins Fantasy-Genre unternommen und im Mai diesen Jahres die Øost-Saga veröffentlicht habe, merke ich doch sehr, wie es mich in den Weltraum zieht. Zurück zur Science-Fiction. Obwohl ich in der Fantasy meinen Ursprung habe, schlägt das Autorenherz in mir für die berühmten unendlichen Weiten.


Vor den Umbrüchen in meinem Privatleben, insbesondere die örtlichen Veränderungen, arbeitete ich bereits an zwei Projekten, zu denen ich jedoch noch nicht viel sagen kann. Gleichzeitig jedoch reifte die Idee, die Galaktischen Reisen, deren Universum solch mannigfaltige Möglichkeiten bietet, in eine weitergehende Serie zu führen, deren Abschluss durchaus in den Sternen stehen darf. Denn ich plane auch kleinere Geschichten und Abenteuer, die unabhängig voneinander ihre Spannung entfalten, aber in den bekannten Sphären der Pegaren handeln. Ob ich dabei ausschließlich die Crew der Chrysanthemia in den Mittelpunkt stelle, bleibt offen. In jedem Fall werde ich mit ihr beginnen.


Und somit wird mein nächstes Buch sich an die Dschar-Trilogie anschließen.

Ich freue mich auf die liebgewonnenen Protagonisten, wenngleich es Zeit braucht, bis ich wieder die Tinte aufs Papier werfe und mich in der Schwärze des Weltraumes verirre. Zuallererst sollte ich vielleicht damit beginnen, meinen Schreibtisch aufzubauen. Dann wird es schon gehen.


Soweit die Aussichten.


O. E. Wendt

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