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Nicht immer leicht, ehrlich zu sein


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Ich muss zugeben, dass ich nur selten in die Rezensionen meiner Bücher schaue, da vor allem die "kritischen" Bemerkungen oft aus einer rein persönlichen, geschmacklichen Sicht herrühren.

Es ist immer in Ordnung, wenn Meinungen und Ansichten kundgetan werden. Jedoch sind Geschmacksfragen in Rezensionen für einen Autor oft fatal, weil sie sein Ranking nach unten ziehen und ihm damit wertvolle Einnahmen verwehren. Die fallen für einen unabhängigen Epublisher wie mich ohnehin nicht sonderlich voluminös aus. Doch das nur am Rande.

Wenn ich mich der Öffentlichkeit preisgebe, fliegt mir eben alles zu, was den Lesern oder auch Nichtlesern einfällt. Damit muss ich leben.


Ich begrüße ausdrücklich neutrale Kritik. Denn sie bringt mich wirklich voran. Neutral kann weh tun, weil ich eigene Fehler oder Versäumnisse eingestehen muss, kann aber auch guttun, weil die Leser meine Inhalte, die Story an sich, einfach toll finden.


Mein Umgang mit Rezensionen ist klar strukturiert (inzwischen, denn früher war ich deutlich emotionaler in dieser Hinsicht). Und ich verdeutliche es dir hier an ein paar Beispielen mit echten Rezensionen, die bei Amazon veröffentlicht wurden. Meine Kommentare siehst du in schwarzer Schrift. Sie betreffen die Galaktischen Reisen, stammen jedoch aus unterschiedlichen Jahren.


Rezensionsbeispiel Nr. 01:


April 2016 / anonymer Kunde (1. anonym hat für mich schon einen Beigeschmack)


Die Idee, eine interstellare Zivilisation einmal nicht auf der Basis irgendwelcher fantastischer, überlichtschneller Raumschiffsantriebe aufzubauen und sich stattdessen ganz realistisch mit einer maximalen und realistischen Reisegeschwindigkeit von 1/5 der Lichtgeschwindigkeit zu bescheiden, ließ hoffen, dass der Roman uns neue Wege in die Zukunft zeigt. (2. Ja, das sehe ich genauso!) Und dass die solcherart Reisenden, eingefroren in Hibernationstanks, deren Technologie aus heutiger Sicht ebenso machbar erscheint, einen eigenen gesellschaftlichen Status bekommen, den des Permanent Galaktisch Reisenden, flott abgekürzt "Pegar", der alle paar Jahrhunderte nach Hause kommt, und dessen Besitz deshalb unter einem besonderen Schutz steht, zeichnete ein stimmiges Bild der futuristischen Zivilisation. Dafür gäbe es eigentlich fast 5 Sterne.

Aber dann fielen (3. Interessant, dass er nicht "mir" schreibt – er generalisiert! Aber das ist nur eine Nuance, die mir nebenbei auffällt.) auch schon einige Dinge negativ auf. Oft ist der Autor der korrekten grammatikalischen Beugung der Casi nicht mächtig!

(4. Also: Dazu MUSS ich etwas schreiben! Ja, 2016 waren noch die alten Versionen auf dem Markt und ja, ich hatte in meinen damaligen Manuskripten mehr Fehler als heute. Und Fehler wird es immer geben. Ich finde bei allen renommierten Scifi-Kollegen Fehler. Ist aber nicht schlimm, wenn es sich im Rahmen hält. Ich selbst lese zurzeit ein Buch von Dominik A. Meier (Der fremde Passagier) und finde im Schnitt auf jeder dritten Seite einen oder zwei Fehler. Und er veröffentlicht sogar über einen Verlag! Das gefällt mir wirklich nicht, doch selbst das kann ich tolerieren, weil die Story außerordentlich gut ist und die Charaktere sehr lebendig dargestellt. Und ich würde dies nicht in eine öffentliche Rezension setzen, sondern den Autor persönlich anschreiben, um ihm die Chance zu geben, es zu verbessern. Was meine eigenen Bücher betrifft, so kann ich nicht erkennen, dass ich der Casus (denn "Casi" ist Pseudoplural, der so gar nicht bezeichnet wird) nicht mächtig wäre. Mag sein, dass es seinerzeit hier und dort Dativ/Genitiv-Fallen gab, doch keinesfalls gehäuft oder so störend, dass man gleich das Buch schlechter bewertet – oder einen kompletten Stern weniger gibt.

Meine veröffentlichten Kurzgeschichten in den vier Bänden der Sternenglut übrigens wurden alle komplett professionell lektoriert. Ich stand in permanentem Austausch mit meiner Lektorin und habe verschwindend geringe Rechtschreib- oder Grammatikfehler angemerkt bekommen. Die Lektorin war sogar begeistert davon "wie sauber" meine Skripte doch wären. Ein befreundeter Autor, der meine Bücher kennt, sagte mir, solch eine Aussage sei anmaßend und überheblich. Und wer viel von mir liest oder mich kennt, weiß, wie sehr ich die deutsche Sprache liebe und anwende.) Spätestens hier hätte ein Lektor seinen Dienst aufnehmen müssen! Dafür mindestens 1 Stern Abzug.

Dann scheint er noch nie etwas von dem Grundsatz gehört zu haben, dass man eine Geschichte erzählt und nicht beschreibt. (5. Großer Irrtum! Beschreibung ist Erzählung! Und seit wann ist dies ein Grundsatz? Nie gehört! Und sehr substanzlos, dieser Part seiner Kritik. Zur Richtigstellung: Wir Autoren wenden in der Sprache narrtives oder beschreibendes Erzählen an. Doch diese beiden Zweige besitzen keine Wertung, sondern sind rein analytisch. Das muss man natürlich wissen. Eine gute Geschichte braucht beides. Und meine Galaktischen Reisen besitzen beides.) Denn sobald ihm selber auffällt, dass irgendwo ein Causalmoment (6. Kausal mit "K"!) zu fehlen scheint, erklärt er seitenlang, wie es zu diesem oder jenem Umstand überhaupt kommen konnte. (7. Stimmt nicht! Punkt!) Das verdrießt den Leser (8. Nicht den Leser, sondern nur ihn.) schließlich aufs ödeste. (9. An dieser Stelle erwähne ich sehr gerne, dass über 90 % meiner Leser nach dem ersten Teil auch den zweiten, dritten und über 80 % auch den vierten Teil gekauft haben.) Dafür noch einen Stern Abzug. Ich habe die Lektüre überlesen, um zum Schluss noch das Ende zu erfahren, das leider vorhersehbar war. (10. Es gibt doch gar kein Ende beim ersten Teil! Die vier Bände müssen komplett gelesen werden, um zum Ende zu gelangen.) Und dafür noch einen Stern Abzug.

Fazit: Der Autor hat ganz brauchbare Ideen, aber er sollte eine Schule des Schreibens durchlaufen!!! (11. Das ist ganz schön beleidigend. Jeder kann einen "Blick ins Buch" bei Amazon werfen und feststellen, dass solch eine Aussage unwahr ist.)


Ja, was soll man mit solchen Rezensionen anfangen? Sie sind schädlich und substanzlos. Sie sind überzogen und richten viel Schaden an. Konstruktivität geht anders.

Klar, ärgert mich das. Aber das kann kein Ziel eines Rezensenten sein, oder?

Doch lies weiter, denn ich nehme berechtigte Korrekturen gerne an:


Rezensionsbeispiel Nr. 02:


Oktober 2012 / Dirk B.


Die Geschichte ist recht kurzweilig geschrieben, ich habe sie jedenfalls in einem Zug durchgelesen und werde mir gleich den zweiten Teil herunterladen. (1. Das freut mich natürlich enorm!)

Der Hauptprotagonist (2. Ja, jeder weiß, wer gemeint ist, aber "Hauptprotagonist ist tautologisch, also doppelt-gemoppelt! Protagonist bedeutet übersetzt bereits Hauptfigur. Warum erwähne ich das? Weil ich der Meinung bin, wer insbesondere bei Buchbesprechungen kritisiert, muss selbst wirklich einwandfrei schreiben.) ist zwar etwas chaotisch ziellos, eher schon pupertär und naiv (3. Warum schreibt man so etwas in eine Rezension? Captain Brendan ist definitiv chaotisch und naiv! Stimmt absolut! Das ist sein Charakter! Wo nun ist die Kritik? Ich will ihn ja blauäugig und naiv. Und "pubertär" bitte mit "b".) was eigentlich merkwürdig ist, hat er doch offenbar schon einiges erlebt (4. Ja, und?) und ist eben kein Kind mehr, aber es ist dennoch eine erfrischende Story die sich gut liest.


Immerhin hat Dirk B. die Geschichte trotzdem gefallen. Wie schwer muss es sein, dann eben dieses "Gefallen" herauszustellen?

"Eine erfrischende Story mit einem etwas naiven und blauäugigen Captain, der von einem Abenteuer ins nächste stolpert!"

So wird ein Schuh draus!


Hier habe ich nun eine Rezension, die mir wirklich etwas bringt. Ein inhaltlicher Patzer meinerseits, der mich auch stören würde. Kein Grund, das Buch wegzulegen, aber tatsächlich eine kausale Irritation, die nicht hätte sein dürfen. Ich überlege sogar, dies noch zu korrigieren:


Rezensionsbeispiel Nr. 03:


November 2020 von Enrico Meier


Faszinierender Ansatz des Reisens mit 20% der Lichtgeschwindigkeit. Die Zeit- und der Kulturwandel sind kaum vorstellbar und gut beschrieben. Wieso ein Job jedoch soviel Geld bringt (1. Okay, das ist in diesen Zeiten nun einmal so, denn Raumschiffe und jahrelanges Reisen fordert Tribut), dass der Protagonist eine Schiff in der Werft ordern kann (2. Er hat es nicht geordert, es wurde "frei", weil ein Käufer zurückgetreten ist. Das steht aber auch im Buch.) nachdem er eigentlich Pleite ist (Das stimmt wirklich! Brendan war pleite und hat danach das Raumschiff Chrysanthemia gekauft. Mir war durchgerutscht, dass er bei dem Erbe, das er erhalten hatte, eine Null übersah. Er dachte nämlich, er hätte statt 10. Millionen Galacoins nur 1. Million Galacoins erhalten. Das war seiner Naivität und auch seiner Aversion gegenüber Papierkram geschuldet. Ich wusste das. Habe es aber nicht geschrieben. Tatsächlich geschehen solche Irrtümer, wenn ich als Autor glaube, etwas erwähnt zu haben, dies aber gar nicht so ist. Und selbst meinen beiden Betalesern ist es nicht aufgefallen.) wenig glaubwürdig. Jedoch flüssig geschrieben und auch mit der richtigen Mischung Zufall versehen. Da freut man sich auf die Fortsetzung....


Auch Herrn Meier hat die Geschichte dennoch gut gefallen und er will die Folgebände lesen. Das freut mich außerordentlich und ich entschuldige mich auch für mein inhaltliches Versäumnis bezüglich des Pleite-Seins. Ich denke, ich werde es korrigieren.


Alle aktuellen Bände, inklusive neuer Cover, sind (Oktober 2025) komplett überarbeitet worden. Da ich sie ins Englische habe übersetzen lassen, war dies ohnehin notwendig. Ob sie nun vollständig und perfekt fehlerfrei sind? Wohl nicht. Welches Buch ist das schon? Aber mich würde sehr wundern, wenn es noch frappante Auffälligkeiten geben würde.

Lass mich jederzeit gerne wissen, wenn dir ein Fehler auffällt. Ich möchte mich gerne weiterentwickeln – und habe dies im Laufe meiner Schriftstellerkarriere auch mehrfach getan. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, an dem ich ein Manuskript ruhen lasse und die dann noch vorhandenen Fehler toleriere, ist extrem schwer zu beurteilen.


Der erste Band Pegaren hat bereits fast 250 Rezensionen im Laufe seiner Jahre gesammelt. Langsam und stetig und ich bin sehr stolz darauf, dass alle Rezensionen authentisch und real sind. Daher hat es auch so lange gedauert, bis ein paar zusammenkamen.


Fazit zu den älteren Rezensionen und dem heutigen Stand der Dinge:


Früher mussten meine Leser bestimmt etwas toleranter sein, in Bezug auf Korrektheit in Grammatik und Rechtschreibung. Das gehört eindeutig der Vergangenheit an.

Ich habe wahnsinnig dazugelernt mit jedem weiteren Roman, den ich veröffentlicht habe. Es sind bald 20 Stück (Schau doch mal hier auf der Webpage!) und ich lerne natürlich auch weiterhin stets dazu. Tun wir hoffenltich alle.

Meinem Humor jedoch und den spritzigen und spannenden Geschichten bleibe ich treu. Ich weiß, dass viele meiner Leser großen Spaß an den Geschichten haben.


Und das ist mein Ziel.


O. E. Wendt




Eine Erfahrung und Denkanstoß


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Wir alle beobachten es!


Immer wieder erstaunt und kopfschüttelnd nimmt ein jeder von uns wahr, was sich in den Sozialen Medien abspielt. Stellt sich die Frage, ob "Soziale" Medien nicht vollkommen fehlbenannt ist. Denn "sozial" geht anders!


Diese Medien, die ja auch ich nutzen MUSS, um als Autor sichtbar zu bleiben, bestehen nur noch aus Selbstdarstellung, Übertreibung, Fake, Kommerz, Kommerz und Kommerz, und in der Konsequenz führen sie uns in ziemliche Desorientierung oder in eine sehr eingeschränkte Sichtweise.


Warum?


Weil wir nur noch das präsentiert bekommen, was wir wollen. Das bedeutet, dass es eine generelle Übersicht über die Weltlage, die Schattierungen, die mannigfaltigen Unterschiede und die vielen "Wahrheiten" gar nicht mehr gibt. Jeder in seiner Blase glaubt irgendwann fest daran, dass er sich in der "Wahrheit" befindet. Beim Aufeinandertreffen in der "realen" Welt ist der Schock dann groß – und die Unfähigkeit, mit der Vielfalt umzugehen ebenfalls.


Ich setze mich damit gerade einmal mehr auseinander, weil mir eine Kleinigkeit geschehen ist, die mich dennoch zum Nachdenken angeregt hat.

Folgendes:


Mehr schlecht als recht, mit extrem viel Zeitaufwand und wirklich unter Mühen befasse ich mich seit Monaten mit den Werbemöglichkeiten auf FB, Instagram und dergleichen. Es macht mir gar keinen Spaß und ich bin diesbezüglich auch nicht talentiert. Aber was will ich machen? Jeder tut es und sichtbar zu sein als Schriftsteller ist nicht einfach. Also mache ich mir die Mühe mit all den Tools, natürlich auch KI und Programmen und jeder App, die mir weiterhilft. Ein wahrer Dschungel ist das! Ich beiße mich durch.

Nun, dann bringe ich Anzeigen auf den Weg und erhalte einige Kommentare (8 Stück) dazu (verschwindend geringe Anzahl im Vergleich zu 20.000 Conversions), die ich nur durch Zufall entdeckt habe in dem Business-Account von Meta, durch den ich bis heute nur schwer durchblicke.


Die Kommentare waren ausnahmslos beleidigend oder negativ, ein- oder zweizeilig. Sie galten einem Clip, den ich selbst nicht so dolle fand (hatte Green, einen Alien-Protagonisten, durch eine KI zum Leben erweckt und paar Sätze darunter zu ihm geschrieben und ne nette Musik dazu). Und ich stimme auch zu, dass der Clip nicht so mega gelungen ist. Kann man mir wirklich schreiben und sagen. Gar kein Problem.

Doch einer jener Kommentatoren meinte dann, dass ich natürlich auch meine Bücher durch KI schreiben lassen würde, wenn ich so etwas wie diesen KI-Clip veröffentliche – und die Bücher nicht gut sein können.


Da habe ich dann gestutzt und plötzlich ganz im Kleinen gespürt, wie ECHTE Leute des Öffentlichen Lebens sich fühlen müssen, die permanent bezichtigt, beleidigt, diffamiert und für NICHTS angeprangert oder sogar angefeindet werden. Und – ehrlich gesagt – zweifle ich ja selbst die ganze Zeit, ob es wirklich etwas bringt, meine Geschichten via kleiner Videos zu bewerben, deren Produktion immens viel Zeit auffrisst.


Ich meine, ich schreibe Bücher! Ich schreibe spannende Weltraumabenteuer und produziere keine Blockbuster. Leser und Leserinnen wollen doch ihre Fantasie spielen lassen, sie wollen lesen und wenn sie Bücher suchen, gerade mal keinen Film gucken. Sie wollen vielleicht den Klappentext ansehen und dann mitgenommen werden.


Dieser negative Kommentar hat tatsächlich einen Gedankengang bei mir zum Ende geführt, den ich schon länger in mir herumtrug, aber noch nicht richtig umsetzen konnte. Und daher muss ich dem Typen eigentlich dankbar sein. Denn ich werde mich wieder auf das beschränken, was ich kann: Das Schreiben!

Auch weiterhin mache ich hier und dort mal einen netten Clip mit meinen Protagonisten oder einer kurzen Atmosphäre meiner Bücher. Doch ich glaube, die Buchcover, der Klappentext, ein paar Textschnipsel oder Kurzbeschreibungen, vielleicht sogar mal eine Lesung oder ein Podcast bringen weitaus mehr.

Reißerisch ist ja schließlich fast alles inzwischen und wo soll man sich da noch einreihen?


Ganz davon abgesehen kostet diese ganze Werbung so wahnsinnig viel Geld und bringt so wenig Output, dass es sich für mich nicht mehr lohnt.

Ernüchternd, aber eine Erfahrung, für die ich dankbar bin.


Ich arbeite nun wieder an meinen Reisen durchs Universum.


Ich beende den ersten englischsprachigen Zyklus der Galactic Journeys Ende nächster Woche. Dann werden sämtliche Ebooks veröffentlicht sein. Dann folgen noch die Printversionen und gleichzeitig rutsche ich in meinen aktuellen Roman zurück, den ich gerne weiterschrieben möchte. Den achten Teil der Galaktischen Reisen.


Bin sehr gespannt, wo all die "Sozialen" Medien uns hinführen, einen jeden Einzelnen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass sich generell eine Umkehr einstellen wird, zumindest ein enormer Richtungswechsel, denn das Überbordende, das uns dort begegnet, verliert irgendwann auch seinen Reiz. Und die Überflutung mit Superlativen stumpft irgendwann so ab, dass wir uns wieder dem "Kleinen" und "Leisen" zuwenden werden.


Okay, das zumindest ist meine Hoffnung.


Bis bald! 🙋🏼‍♂️


O. E. Wendt





Ich finde es gar nicht mehr so leicht, Weihnachtswünsche oder -gedanken zu formulieren in einer Welt, in der Orientierung immer schwerer fällt.

Und doch möchte ich ein paar Worte loswerden, die zur Weihnachtszeit gelegen kommen, denn es ist nicht immer alles so schrecklich, wie viele meinen.


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Eines der großen Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben, ist die Masse an Informationen, die über uns hereinbricht und die wir in dieser Quantität nie zuvor erhalten haben. Kaum vorstellbar, dass jemand von uns in Zeiten des Dreißigjährigen Krieges hätte leben wollen, oder zwischen 1939 und 1944. Bestimmt wäre es auch nicht wünschenswert, als Sklave auf den Baumwollfeldern südamerikanischer Farmen zu schuften oder sich den Hexenprozessen der Inquisition auszusetzen.

Den Indianern (Ja, ich benutze das Wort Indianer, ohne jegliche Herabsetzung dieser Menschen!) in Nord- und Südamerika zu Zeiten der spanischen Eroberer oder später, als die Europäer meinten, sich alles unter den Nagel reißen zu können, was ihnen dargeboten wird, ging es mitnichten gut.


Fast komplett abgesägt haben die Menschen diesen eigenen Ast.

Gewiss, es ist grauenvoll, was wir über Gaza oder die Ukraine erfahren, über die Krise im Sudan, das Sterben im Jemen. Die Liste lässt sich zweifelsohne verlängern, aber sie war auch schon länger und flächendeckender. Für den Einzelnen im jeweiligen Kriegs- oder Krisengebiet macht das ganz und gar keinen Unterschied. Für ihn oder sie ist es grauenvoll, furchtbar und oft lebensbedrohlich. Und gerade zur Weihnacht finde ich es gut, an all jene zu denken, denen es nicht so wie uns geht und die weniger Glück im Leben hatten. Da können wir an viele Stellen blicken, auch unter die eine oder andere Brücke in Deutschland, in Europa.

Aber ich bin der Meinung, dass wir in der Flut der negativen Medienberichterstattung nicht untergehen dürfen. Wir sind nicht dafür gemacht, jegliches Elend dieser Welt, alles Leid auf Erden und jeden Schmerz mitzuerleben und uns vor Augen zu führen. Und "Nein!", ich meine nicht wegschauen, ignorieren oder sich das Leben schön reden. Zum Einen ist das Leben nämlich bereits schön, da können wir auch mal hinschauen. Zum Anderen bin ich persönlich nicht in der Lage, mich mit alledem auseinanderzusetzen. Wo soll ich auch anfangen und enden? Ich muss mir doch einen Bereich schaffen, den ich bewältigen kann. Das wäre klug und gesund. Und durchaus kann ich mich engagieren und helfen, mitfühlen und Empathie entwickeln. Aber nicht permanent und bei jeglichem Mißstand, der mir begegnet. Dazu fehlt die Kraft. Jedem fehlt dazu die Kraft und jedem kann ich nur raten, sorgsam mit der Dosis an Informationen umzugehen, die wir uns täglich erlauben. Es kann zu viel werden und allzu leicht verlieren wir den Überblick oder schlimmer noch, verirren uns gänzlich.


Ich möchte Dir in diesem Jahr zur Weihnacht weniger Input wünschen. Suche Dir aus, was Du auf Dich einprasseln lässt und sei Dir sicher, dass auch ein einziges Problem pro Tag ausreicht, um es zu behandeln.

Ich persönlich halte es mit den Nachrichten dieser Welt inzwischen so, dass ich sie mir einmal wöchentlich gebe. In kleinen Dosen und oft möglichst ohne Bilder. Ich werfe schließlich niemandem vor, der bei einer der vielen Tafeln in Deutschland ehrenamtlich hilft, dass er sich nicht im Tierschutz engagiert. Und ich klage auch keinen an, der Pakete in die Ukraine schickt mit Lebensmitteln oder Decken, weil er sich nicht für Gaza einsetzt. Wir können nicht jedem und überall helfen. Ebensowenig können wir all die Informationen annehmen, die uns bombardieren.

Für manche ist es ausreichend, sich um die gehbehinderte alte Nachbarin zu kümmern. Und manche haben einen engen Verwandten in der Pflege. Das genügt bereits. Und wenn einige mehr vertragen, ist es in Ordnung. Wenn andere es nicht tun, ist es auch in Ordnung.

Gönne Dir Ruhe, halte inne! Du musst nicht alles annehmen, was man Dir anbietet. Du kannst auswählen, ablehnen und gerne auch das Schöne in der Welt und in Deiner Nähe wahrnehmen. Da ist immer etwas, das Dich erfreuen kann. Und sei es der kleine Vogel im Winter, dem Du ein paar Körnchen ins Vogelhäuschen gelegt hast und den Du nun beobachten kannst.


Ich wünsche Dir frohe Weihnachten, Besinnlichkeit und eine schöne Zeit. Der Geist der Weihnacht ist ein Guter und die eigentliche Idee dahinter viel mehr als das, was wir heutzutage zuerst sehen.


O. E. Wendt

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